Neapolitanischer Kaffee – mehr als Espresso

„Il caffè" steht für Neapel wie der Vesuv oder die Pizza. Alle italienischen Werbespots für Kaffee spielen in neapolitanischem Ambiente - und dafür gibt es bestimmt einen Grund!
Am Golf von Neapel gibt es hübsche Keramiktassen für caffè (© Redaktion - Portanapoli.com)
Am Golf von Neapel gibt es hübsche Keramiktassen für caffè (© Redaktion - Portanapoli.com)

Kaffee ist in Napoli ein Symbol für Freundschaft und Geselligkeit. Gerne wird er Gästen angeboten, zwischendurch in der Bar oder nach dem Essen im Kreis der Familie getrunken.

In einer Bar gibt es neben dem traditionellen Espresso mindestens ein Dutzend verschiedener Kaffee-Arten, etwa Caffè corretto, Caffè macchiato, Caffè con panna und Cappuccino. Köstlich schmecken sie in Neapel alle. Klar, denn die Neapolitaner sind bei der Beurteilung auch ziemlich kritisch.

Wenn ein Neapolitaner caffè sagt, meint er immer "'a tazzulella 'e cafe'".  Das ist Kaffee in einer Espressotasse. Aber nicht immer ist es deshalb auch ein Espresso, denn das hängt ganz von seiner Zubereitung ab. Eigentlich ist mit caffè einer aus der Mokkakanne gemeint und mit caffè espresso ein Kaffee aus der Espressomaschine. Doch die meisten Italiener kümmern sich um diese Unterscheidung wenig und sagen einfach "caffè".

Welche Zubereitungsarten gibt es in Neapel?

Espresso
Der caffè espresso wird mit einer Espressomaschine unter Hochdruck zubereitet. Dabei ist das Wasser sehr heiß, aber nicht kochend. Eine professionelle Espresso-Maschine ist recht teuer und man findet sie deshalb nur in italienischen Bars.

Aber auch für zu Hause gibt es Espressomaschinen, mit denen man je nach Modell auch Cappuccino und Milchkaffee zubereiten kann. Diese sogenannten Kaffeevollautomaten haben Vor- und Nachteile. Ein großer Vorteil ist die schnelle Zubereitung des Kaffees auf Knopfdruck mit immer frisch gemahlenen Bohnen. Die Pflege der Maschine kann aber aufwendig sein. So muß etwa regelmäßig eine Entkalkung erfolgen.

Mokka aus der Aluminiumkanne (zu Hause)
Alle Italiener haben zu Hause eine traditionelle Kaffeekanne aus Aluminium (Mokkakanne). Sie besteht aus einem Wassergefäß, dem Filter und Kannenaufsatz. Beim Erhitzen entsteht Wasserdampf und das Wasser wird mittels Druck durch den Filter in den Kannenaufsatz gepresst.
» Neun Tipps für die Zubereitung eines perfekten Kaffee mit der Mokkakanne

In der neapolitanischen Kanne "alla napoletana"
Doch damit nicht genug der Verwirrung: In Neapel gibt es eine antike Tradition der Zubereitung. Dabei wird der caffè mit einer macchinetta napoletana zubereitet, die es nur in Neapel gibt. Sie wird heute nur noch selten benutzt, weil die Zubereitung mehr Zeit und Erfahrung erfordert. Und leider ist Zeit auch in Neapel eine knappe Ressource geworden. Die traditionelle macchinetta napoletana wurde deshalb in den meisten Küchen durch eine Mokkakanne ersetzt.

Am Aussehen und Duft erkennt man die Qualität des „caffè"
Der Geschmack des Kaffees hängt von Zubereitungsart, Wasserqualität und natürlich seiner Marke ab. Ein guter italienischer Kaffee hat eine nußbraune Farbe, ist cremig und duftet sehr aromatisch. Nach dem Verrühren des Zuckers, der sich nur langsam auf den Tassenboden senkt, bildet sich eine Creme. Die Temperatur ist wichtig, denn nur ein heißer Kaffee kann die Aromastoffe binden. Hingegen ist ein schlechter Kaffee oftmals hell, bildet Bläschen und schmeckt bitter.

Die Zubereitung eines perfekten italienischen Kaffees ist nicht schwierig. Wir zeigen Ihnen die Geheimnisse seiner Zubereitung mit der Mokkakanne.

Tipp: Aluminium-Espressokocher "Moka Express" für vier Tassen von Bialetti

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