Feiertage in Italien: Die schönsten Traditionen

Rote Slips und BHs sind nicht nur sexy: Wer sich neuen Jahr nach Glück in der Liebe sehnt, muss in der Silvesternacht rote Unterwäsche tragen! Aber immer brav bleiben, sonst steckt die Befana statt Süßigkeiten schwarze Kohle in den Strumpf.
In Neapel wird die Krippe schon am 8. Dezember aufgebaut (© Redaktion Portanapoli)
In Neapel wird die Krippe schon am 8. Dezember aufgebaut (© Redaktion Portanapoli)


Auch an Sonn- und Feiertagen dürfen die Geschäfte in Italien öffnen, es gibt keine einheitliche Regelung. An wichtigen Feiertagen bleiben die meisten Geschäfte bis auf große Einkaufscenter aber geschlossen. Die Feiertage gelten in ganz Italien. Manche Städte und Regionen haben zusätzliche Feiertage, die an besondere Traditionen gebunden sind.

Feiertage in Italien
1. Januar : Neujahr (Capodanno)

Rote Slips und rote BHs: In der Silvesternacht tragen Italiener rote Unterwäsche, das soll im neuen Jahr Glück in der Liebe  bringen. Silvester wird zu Hause oder im Restaurant gefeiert. Im Mittelpunkt immer ein langes Menü! In Neapel hört man bereits am frühen Abend die ersten – manchmal ohrenbetäubenden – Knaller. Nach Mitternacht werden gerne Spiele mit Freunden gespielt, etwa die neapolitanische „Tombola".

6. Januar: Dreikönigsfest (Epifania)
Am 6. Januar endet in Italien die Weihnachtszeit und es wird das Fest der Befana gefeiert. Die Befana ist eine alte Hexe auf einem Besen, die in der Nacht auf den 6. Januar in die Häuser fliegt. Sie bringt den Kindern in einem bunten Strumpf Süßigkeiten oder Zuckerkohle. Bis vor einiger Zeit gab es die Weihnachtsgeschenke erst am 6. Januar und nicht schon am 25. Dezember. 

Ostern: Ostermontag
An diesem Tag macht Italien einen Picknick-Ausflug. Die Straßen sind voll und es gibt oft Staus.
Der Karfreitag ist kein Feiertag, sondern eine normaler Arbeitstag mit offenen Geschäften. Aber auch in Italien wird von gläubigen Katholiken am Karfreitag nur Fisch gegessen. In Rom gibt der Papst in den Karwoche auf dem Petersplatz den Segen “Urbi et orbi”. In vielen Orten gibt es religiöse Prozessionen.
Am Ostersonntag wird ein Menü gekocht und mit der Familie gegessen. In Neapel gehören der deftige Tortano und die duftende Pastiera zum Ostermenü
Man schenkt sich große Schokoladeneier, die aber nicht versteckt werden. Es gibt keine gefärbten Eier und keine Osternester. Überall wird die Colomba verkauft, ein süßer Kuchen in Taubenform. 

25. April: Tag der Befreiung (Festa della Liberazione)
An diesem Tag wird die Befreiung von der faschistischen Diktatur im zweiten Weltkrieg gefeiert.

1. Mai: Tag der Arbeit (Festa del Lavoro)
In Rom  findet das „Concerto del Primo Maggio" auf der Piazza di Porta San Giovanni statt. Die italienischen Bands kommen vorwiegend aus der Independent-Richtung.

2. Juni: Festa della Repubblica (Nationalfeiertag)
Feiertag zur Gründung der italienischen Republik im Jahr 1946 und der italienischen Einheit. Über Rom wird mit einer Kunstflugstaffel der italienischen Luftwaffe die Tricolore, die Fahne Italiens, an den Himmel gemalt.

15. August Mariä Himmelfahrt (Assunzione di Maria Vergine) Ferragosto
Dieser Tag ist einer der wichtigsten Feiertage, viele Geschäfte und Behörden bleiben geschlossen. Die meisten Italiener nehmen ihren Jahresurlaub im heißen August. Am 15. August unternehmen viele Familien einen Ausflug an den Strand oder ins Grüne. Jüngere spielen nachts an einem Strandfeuer (falò) Gitarre, bevor sie ein Mitternachtsbad im warmen Wasser nehmen.

1. November: Allerheiligen (Tutti i Santi)
Manche Regionen feiern den Tag mit besonderen kulinarischen Speisen. So wird traditionell in Sizilien die kunstvolle „Frutta Martorana“ hergestellt. Sie sieht aus wie eine Frucht und ähnelt geschmacklich dem Marzipan, ist aber süßer.
Am 2. November (kein Feiertag) ist die Celebrazione di Defunti, viele gedenken ihrer verstorbenen Angehörigen auf dem Friedhof.

8. Dezember: Mariä Empfängnis (Immacolata Concezione)
In Neapel beginnt die Weihnachstzeit mit bunten Dekorationen und dem Bau der Krippe.

25. und 26.  Dezember: Weihnachtsfeiertage (Natale)
Der 24. Dezember (La vigilia di Natale)  ist ein normaler Arbeitstag und wird nicht stimmungsvoll mit Kerzen gefeiert wie etwa in Deutschland. Abends gibt es ein großes Essen (cenone). Nachts gehen viele Italiener zur Mitternachtsmesse oder sehen sich die Messe aus dem Petersdom im Fernsehen an.

In Italien sind die Weihnachtsfeiertage Familientage. Alles dreht sich um die Zubereitung der regional unterschiedlichen Weihnachtsmenüs. Traditioneller als der Weihnachtsbaum ist in vielen Regionen (etwa Neapel) die kunstvolle Weihnachtskrippe (Presepe). Am 25. Dezember werden von Babbo natale die Geschenke unter den Weihnachtsbaum oder neben die Krippe gelegt. Auch am 26. Dezember (Santo Stefano) trifft sich die Familie wieder zum Schlemmen.

Die Feiertage der Stadtheiligen in Neapel und Rom
In Neapel ist der 19. September ein Feiertag zu Ehren des Heiligen Januarius, des Stadtpatrons. An diesem Tag findet das Blutwunder zu Ehren des Heiligen mit religiöser Feier statt.
In Rom ist am 29. Juni der Feiertag von San Pietro e Paolo, dem Stadtpatron, begleitet von Feierlichkeiten im Petersdom.

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