Karneval am Golf von Neapel: Köstliche Lasagne und bunte Umzüge

In Neapel wird in der Faschingszeit kräftig geschlemmt.Traditionelle Lasagne mit üppiger Füllung, frittiertes Gebäck mit Schokoladensoße und süßer Kuchen bestimmen den Karneval in Kampanien. Schöne Faschingsumzüge kann man an der Amalfiküste erleben.
Pulcinella (© Francesca Buommino - Portanapoli.com)
Neapels Maske: Pulcinella (© Francesca Buommino - Portanapoli.com)

Die Faschingsküche in Kampanien ist vielfältig und gehaltvoll. Ein Hauptdarsteller ist die Lasagne, die traditionell am martedi grasso (dem "fetten" Fschingsdienstag) in einer zeitaufwändigen Prozedur zubereitet wird.

Es gibt dabei kein einheitliches Lasagne-Rezept, jede Familie bereitet sie nach ihrem eigenen Geschmack zu. Die Grundzutaten sind aber immer Mozzarella, Ricotta und frittierte Hackfleischbällchen. Je nach Geschmack gibt man gewürfelte Salami, gekochte Eier oder Cervellatine (Würstchen) hinzu. Die Soße muß lange kochen und wird deshalb bereits am Vortag zubereitet. Der große Tag der Lasagne wird dann ausgiebig mit der Familie und Freunden gefeiert.

Zum Nachtisch gibt es frittiertes Teiggebäck, die chiacchiere. Sie werden vor dem Verzehr in eine köstliche Schokoladensoße (sanguinaccio) getaucht. Unwiderstehlich ist auch der Kuchen migliaccio aus Weizengries.

Faschingsumzüge an der Amalfiküste
Bekannt ist der Umzug von Positano an der Amalfiküste, für den die Kinder schon lange vorher an den bunten Umzugswagen basteln. Aber auch in Agropoli (Cilento) und Palma Campania wird Fasching ausgiebig gefeiert.

In Neapel veranstalten Jugendliche in der Faschingszeit Kostümpartys, i veglioni di carnevale. Wer zur Karnevalszeit einen Spaziergang durch Neapel unternimmt sollte sich vorsehen: Manchmal werfen ragazzi rohe Eier auf Passanten oder besprühen sie mit Rasierschaum...

Von pompösen Bällen und fröhlichen Gesängen - neapolitanischer Karneval in der Vergangenheit
Im 16. Jh. war das Fest den Adligen vorbehalten, die kostümiert zu großen Bällen und luxuriösen Empfängen erschienen. Die ersten Zeugnisse über den Karneval in Neapel gibt es in Gedichten des neapolitanischen Adligen Giovan Battista del Tufo, wo von gut gekleideten Reitern und kleinen Umzügen die Rede ist. Demnach begann der neapolitanische Karneval am 17. Januar, dem Fest von Sant’Antonio Abate. Bereits im 17. Jahrhundert wurde er dann auch ein Fest des Volkes, organisiert von Fischern und Händlern. Das einfache Volk feierte bunt und öffentlich in den engen Gassen und auf den Plätzen der Stadt. Dabei gab es merkwürdige Kostume, Orgien und obszönen Gesänge.

So entwickelten sich verschiedene Formen des Karnevals nebeneinander: der noble Karneval der Adligen, der fröhliche des einfachen Volkes und der kirchliche Karneval mit Prozessionen. Unter den Bourbonen erreichte der Karneval am Festtag von Piedigrotta mit bunten Umzügen, schönen Kostümen und reich geschmückten Wagen seinen Höhepunkt. Diese Tradition ist heute nur noch an der Amalfiküste und außerhalb Neapels erhalten geblieben.

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