Danach hilft nur noch Diät: Weihnachtsmenü in Neapel

Für traditionelle Neapolitaner stellt sich an Weihnachten nicht die Frage: „Und was kochen wir dieses Jahr?“ Seit Generationen gibt es ein festgelegtes Weihnachtsmenü, zu dem die ganze Familie eingeladen wird. Wir verraten Ihnen die köstlichen Speisen und Rezepte.
Zubereitung des Weihnachtsmenüs am 24. Dezember in Neapel. Pasta mit Scampi, frittierter Aal, Blumenkohlsalat und Broccoli  (© Redaktion - Portanapoli.com)
24. Dezember: Zubereitung des Weihnachtsmenüs in der Küche in Neapel. Pasta mit Scampi, frittierter Aal, Blumenkohlsalat und Broccoli für eine Familie mit zwölf Personen (© Redaktion - Portanapoli.com)

Weihnachten in Napoli wird durch das traditionelle Menü der Festtage charakterisiert. Zu keiner Zeit des Jahres haben die Lebensmittelgeschäfte ein so großes Angebot wie vor den Weihnachtsfeiertagen. Die Neapolitaner fühlen sich sehr stark mit ihren kulinarischen Traditionen verbunden. Deshalb werden die Zutaten für das traditionelle Menü in großen Mengen verkauft, mit entsprechend hohen Preisen.
Viele jüngere Familien verändern das traditionelle Menü nach ihrem persönlichen Geschmack, es darf dabei auch mal ganz fleischlos sein.

Traditionelle Speisen an den Festtagen
24. Dezember: Cena della Vigilia (oder Cenone di Natale)
Der 24. Dezember wird nicht besinnlich begangen, wie in vielen nordeuropäischen Ländern. Die Atmosphäre ist fröhlich und ungezwungen, eben typisch süditalienisch. Noch bis vor zwanzig Jahren gab es die Weihnachtsgeschenke erst am 25. Dezember, doch heute beschenken sich viele Familien schon am 24. Dezember. Die Geschenke werden vom babbo natale unter den bunt dekorierten Baum oder neben die traditionelle Krippe gelegt.

Traditionell darf am 24. Dezember kein Fleisch gegessen werden. Das Abendessen besteht aus Spaghetti mit Venusmuscheln, frittiertem Aal (capitone), Stockfisch (baccalà fritto) und Blumenkohlsalat mit eingelegtem Gemüse (insalata di rinforzo). Als Nachspeise gibt es verschiedene Gebäcksorten: Roccocò (hartes Mandelgebäck), Susamielli (s-förmige Plätzchen) und den sehr dekorativen Struffoli. Struffoli ist ein bunt dekoriertes Gebäck aus vielen kleinen frittierten Teigkügelchen. Dazu wird besonders gerne ein Gläschen Limoncello getrunken.

Nach dem Essen besuchen viele Italiener die Mitternachtsmesse oder sehen sich die Papstmesse im Fernsehen an. Erst in der Nacht auf den 25.12. darf das Jesuskind in die wunderschöne neapolitanische Weihnachtskrippe (Presepe) gelegt werden.

25. Dezember: Il pranzo di natale
Am wichtigsten Weihnachtstag, dem 25.12., beginnt schon am frühen Nachmittag der pranzo di natale (Weihnachtessen). 
In Napoli folgt auf minestra maritata (Hühnersuppe mit Gemüse) ein Nudelgericht, etwa Maccheroni al ragout, Cannelloni oder Tortellini. Als secondo gibt es das gekochte Suppenhühnchen. Beilage ist broccoli di natale, eine Art Blatt-Broccoli, den man nur am Golf von Neapel findet. 

Nachts wird mit süßem spumante und einem Stückchen Panettone oder Pandoro der Ausklang des Tages gefeiert. Panettone ist kein neapolitanisches Weihnachtsgebäck, sondern kommt aus Norditalien. Er ist aber auch am Golf von Neapel vor allem mit Mandeln oder Schokolade sehr beliebt.

26. Dezember: Santo Stefano
Am 26. Dezember gibt es kein festgelegtes Weihnachtsessen, aber es wird natürlich ausgiebig gekocht.
Auf ein Nudelgericht folgt Fisch oder Fleisch. Broccoli und insalata di rinforzo sowie das Gebäck struffoli und roccocò werden auch am zweiten Weihnachtsfeiertag aufgetischt.


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