In der historischen Innenstadt von Neapel erhebt sich der beeindruckende Dom. Jährlich finden dort feierliche Gottesdienste statt, die das faszinierende Blutwunder zelebrieren. Voller Hingabe sprechen die Gläubigen ihre Gebete, um die Verflüssigung des kostbaren Märtyrerblutes zu erbitten.
Der prachtvolle Dom von Neapel wird von den meisten Neapolitanern Duomo di San Gennaro genannt, nach dem vom Volk verehrten Schutzpatron der Stadt. Eigentlich heißt die bekannteste Kirche von Neapel aber Cattedrale di Santa Maria Assunta. Denn als sie am Ende des 13. Jh. unter Karl D’Angiò erbaut wurde, hat man sie eigentlich der Madonna dell’Assunta gewidmet.
Die prächtige Struktur des Doms besteht aus drei Schiffen
und ist reich mit barocken Elementen verziert. Innerhalb der Mauern des Bauwerks ruhen die Gräber sowohl geistlicher als auch weltlicher Herrscher. Besonders beeindruckend ist die geschmückte Kapelle Santa Restituta, erbaut im Jahr 320 als erste christliche Basilika in Neapel. Von dieser Kapelle aus kann man zu den archäologischen Ausgrabungen unter dem Dom gelangen sowie zum Taufbecken, das von einer eindrucksvollen Kuppel mit kunstvollen Mosaiken bedeckt ist. Sie stammen aus dem 4./5. Jh. n. Chr. und zählen zu den ältesten in Süditalien.
An der Inschrift vor dem rechten Seitenschiff an der Kapelle des Schatzes von San Gennaro erkennt man die Liebe des Volkes zu seinem Stadtpatron:
„Dem heiligen Januarius, durch das Wunder seines Blutes vor Hunger, Krieg, Pest und dem Feuer des Vesuvs gerettet, Neapel, seinem Mitbürger, Patron, Beschützer.“
Seit 1646 befindet sich die Ampulle mit dem getrockneten Blut des San Gennaro in dieser Domkapelle (Cappellla del tesoro di San Gennaro) am rechten Seitenschiff. Sie ist seit Ende des 15. Jh. der Ort des von einer ekstatischen Zeremonie begleiteten Blutwunders. Jedes Jahr im Dezember, Mai und September am wichtigen Festtag des San Gennaro beten Gläubige für die Verflüssigung des Blutes. Tritt es ein, ist das nach dem Volksglauben ein glücksverheißendes Zeichen für Neapel.
Das Blutwunder soll sich erstmals 313 n. Chr. ereignet haben
San Gennaro war Bischof von Benevent und wurde während der Christenverfolgungen im Jahr 305 n. Chr. von Diokletian enthauptet. Nach der Legende fing eine Frau das Blut des Märtyrers direkt nach seinem Tod in einer Ampulle auf. Die Gebeine und das Blut des Märtyrers wurden in den Katakomben San Gennaro beigesetzt. Im 9. Jh. befanden sich seine sterblichen Überreste und das Blut in einer Kapelle neben einer Kirche, an deren Stelle im 14. Jh. der Dom errichtet wurde.
Tipp: Neben dem Dom kann das einzigartige Museum mit dem Schatzes des Heiligen Januarius besichtigt werden.
Der Eintritt in den Dom von San Gennaro ist kostenlos. Für die Schatzkapelle „Cappella del tesoro di San Gennaro“ muss man eine Eintrittskarte kaufen. Info: www.cappellasangennaro.it
Spaziergang auf dem Dach des Doms von Neapel
Unser Tipp: Auf dem Dach der Kathedrale einen Spaziergang mit atemberaubenden Blick über die Stadt unternehmen!
Auf das Dach gelangt man mit einem Aufzug hinter der Sakristei. Oben angekommen führt ein langer schmaler Weg auf dem Dach entlang, von dem man die Stadt wie aus einem Flugzeug überblickt: Am Horizont sieht man den Hügel von Capodimonte, den Vesuv, die Costiera Sorrentina und die Insel Capri. Weiter unten eröffnen sich Plätze, Türme und Monumente, seitlich beeindruckt die Fassade und Kuppel der Kapelle des Schatzes von San Gennaro. Am Ende des Spaziergangs auf dem Dom kommt man über Treppen zum Eingang der Kathedrale.
Auch im Innern der Kirche wurden beeindruckende Restaurierungen geleistet
Dazu gehört beispielsweise das wiedereröffnete „gemauerte Fenster“, von dem bis zum Jahr 1500 die Kardinäle dem Volk das Blutwunder zeigten.
Im Artikel der italienischen Tageszeitung Repubblica vom 7.1.2016 kann man sich ein Video vom Spaziergang auf dem Dom von Neapel ansehen.
Adresse
Duomo di San Gennaro, Via Duomo, 147, 80138 Napoli

