Warum die Kunst des neapolitanischen Pizzabäckers UNESCO-Kulturerbe ist

Seit Dezember 2017 trägt die Kunst der neapolitanischen Pizzaioli offiziell den Titel des immateriellen Weltkulturerbes der UNESCO. Die Auszeichnung macht deutlich: In Neapel ist das Pizzabacken weit mehr als nur die Zubereitung eines Gerichts.

Wer schon mal eine neapolitanische Pizzeria besucht hat, wird es sicher bemerkt haben: Die antike Kunst der Pizzaioli umfasst weit mehr als die bloße Zubereitung des leckeren Teigfladens. Sie ist Identitätsmerkmal der neapolitanischen Kultur. Das hat die UNESCO im Dezember 2017 offiziell bestätigt und die einzigartige Handwerkskunst der neapolitanischen Pizzaioli in die Liste des immateriellen UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Sie begründet ihre Entscheidung damit, dass das kulinarische Know-how der Pizza-Produktion, verbunden mit Gesten, Liedern, lokalem Jargon und natürlich der Fähigkeit mit Pizzateig umzugehen, ein unbestreitbares kulturelles Erbe ist. Das Pizzabacken in Neapel wird zu einer Art Theater, in dem Pizzaioli und Gäste ein gesellschaftliches Ritual veranstalten. Dabei dienen Theke und Holzofen der Pizzeria als Bühne, in einer geselligen Atmosphäre und mit einem ständigen Austausch mit den Gästen.

Mit der Auszeichnung belohnt die UNESCO die Arbeit des italienischen Ministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Forst, das bereits 2009 (gemeinsam mit der Pizzabäckervereinigung und der Region Kampanien) begonnen hat, den Antrag zu entwerfen.

Dass dieses traditionelle Handwerk für Begeisterung sorgt, bewies die Stadt kurz vor der UNESCO-Anerkennung mit einer spektakulären Aktion:

Über 1,8 Kilometer Pizza: Ein unvergessener Rekord in Neapel

Es war ein Anblick, den man so schnell nicht vergisst: Im Mai 2016 verwandelte sich die berühmte Uferpromenade Lungomare Caracciolo in die längste Backstube der Welt. Hunderte Pizzaioli kamen zusammen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen: die längste Pizza zu backen, die die Stadt je gesehen hat.

Die Pizza wurde offiziell mit 1.853,88 Metern vermessen. Über 2o0 Pizzabäcker arbeiteten Hand in Hand, um den Teig auf der kilometerlangen Strecke auszurollen und zu belegen. Da man eine fast zwei Kilometer lange Pizza nicht in einen normalen Ofen schieben kann, wurden fünf speziell angefertigte Holzöfen eingesetzt.

Auch wenn solche Rekorde immer wieder herausgefordert werden, bleibt dieser Tag für Neapel ein Symbol für die Leidenschaft der lokalen Pizzaioli.